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robenahme, Dokumentation, Versand, Laborbericht

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Wir wollen und können Ihnen nicht vorschreiben, wie Sie Ihre Proben zu nehmen haben. Mit dem Nachfolgenden wollen wir Ihnen ein paar nützliche Tips für die Probenahme geben, die Ihnen und uns das Leben erleichtern können, denn es liegt ja auch in Ihrem Interesse, daß Sie handfeste Ergebnisse schnell erhalten.

In der Regel können Sie Resultate Ihrer Partikelsammlung oder Ihres Klebefilmpräparates noch am gleichen Tag des Probeneinganges per E-Mail (auf Wunsch auch per Post) erhalten, so daß Sie zeitnah reagieren können. Deshalb legen wir Ihnen folgendes nahe:

1. Dokumentation

Bitte dokumentieren Sie alle Proben mit unserem Formular „Probenerfassung“, das Sie sich als PDF-Datei herunterladen oder ausdrucken können. Sie benötigen dazu den Adobe Acrobat Reader, den Sie für Windows XP durch anklicken des ersten Symbols downloaden können.




Adobe Acrobat Reader




Formular "Probenerfassung"


Dieser Vordruck dient uns zur Erfassung Ihrer Proben in unserer EDV. Sollten Sie unser Formular nicht nutzen wollen, dann bedenken Sie bitte, daß es zu Verzögerung in der Bearbeitung Ihrer Proben kommen kann.

2. Beschriftung

Die Kennzeichnung einer Probe bleibt selbstverständlich Ihnen überlassen. Wir können Ihnen nur empfehlen, Ihre Proben eindeutig zu beschriften. Die Praxis zeigt leider immer wieder, daß uns Proben mit der Bezeichnung 1, 2 oder 3 zugesandt werden und der Probennehmer sie später nicht mehr zuordnen kann. Sie sollten aber auch keinen "Roman" schreiben, denn uns steht nur eine begrenzte Anzahl von Zeichen zur Verfügung. Aber anstatt der Bezeichnung "1" könnten Sie mit üblichen Abkürzungen Ihre Probe kennzeichnen – aus Schlafzimmer, Außenwand unten zur Innenwand Badezimmer kann ein SZ, AW u./IW BZ werden.

Sie können bei uns für die Kennzeichnung Ihrer Proben reißfeste und temperaturbeständig (-20°C bis +80°C) Schutzsiegel erstehen, die auch gegen Wasser, Öl, Schmutz und UV-Strahlen resistent sind.

Für alle Beschriftung nutzen Sie bitte generell einen wasserfesten Stift.

Das Schutzsiegel bei Nährböden aus der Luftkeimlebendsammlung sollte grundsätzlich an der Unterseite der Petrischale angebracht werden und nie am Deckel, um ein Vertauschen der Proben zu vermeiden. Sollten Sie die Platte direkt beschriften wollen, dann diese bitte nur am äußeren Rand vornehmen, da die Rückseite des Nährbodens zum Auszählen der Kolonien genutzt wird.


3. Vermeidung von Verunreinigung


Optimalerweise benutzen Sie Einweghandschuhe für die Probenahme und für jede Probe ein neues Paar. Für die Zuverlässigkeit Ihres Ergebnisses ist es wichtig, daß die Probe nicht kontaminiert wird. Auf unseren Händen und in der Nähe des Probenahmeortes befinden sich eine Vielzahl von Mikroorganismen, die die Probe verunreinigen und damit das Ergebnis verfälschen können. Sollten Sie einmal keine Einweghandschuhe zur Hand haben, dann waschen Sie sich vor der Entnahme gründlich die Hände.
Auch bei dem genutzten Werkzeug ist auf Sauberkeit zu achten, das heißt, nach jeder einzelnen Probenahme ist das Werkzeug (Messer, Meißel, Schraubendreher etc.) zu reinigen.

4. Materialproben

4.1 Verpackung
Verpacken Sie Materialproben in Alupapier oder in einer sauberen, unbenutzten Plastiktüte. Damit sollte gewährleistet sein, daß Ihre Probe nicht von anderen Einflüssen verunreinigt wird und beim Transport geschützt ist.













Bitte beachten Sie die Größe beziehungsweise die Menge Ihrer Probe, die Sie zur Analyse einsenden:

4.1 Proben zur Direktmikroskopie
Befallene Materialien wie zum Beispiel Tapeten sollten nicht größer als 10 x 10 cm und nicht kleiner als 8 x 8 cm sein.

4.2 Materialprobe für die Verdünnungsreihe
Materialien, die nach KBE pro Gramm Material ausgewertet sollen, müssen auch wenigsten ein Gramm Gewicht haben. Idealerweise senden Sie um die 10 Gramm je Probe ein. Natürlich ist auch die Bestimmung mit einem halben Gramm möglich, in dem wir das Ergebnis hochrechnen, aber die Genauigkeit wird darunter leiden.  Deshalb sollten folgenden "Faustregeln" beachtet werden:

Putz oder ähnliches Materialeine Hand voll
ca. 10 bis 15 g 
Styropor oder ähnliches MaterialWürfel mit Kantenlänge
10 cm, ca. 2 bis 3 g
KMF* oder ähnliches Material Würfel mit Kantenlänge
10 cm, ca. 5 bis 7 g
Tapete, Teppich oder ähnliches Materialca. 10 x 10 cm 






 




*Künstliche Mineralfasern (zum Beispiel Dämmwolle)




Zwei weitere Punkte gibt es noch zu beachten:

4.2.1 Materialeigenschaften
Bitte beachten Sie, daß ein Gramm durchfeuchtetes Material, nicht ein Gramm trockenem Material entspricht. Wir müssen ein Teil des Materials aufarbeiten, um die Materialfeuchtigkeit in Gewichtsprozent bestimmten zu können, was ein eigener Vorgang im Labor ist und für den zusätzliche Kosten anfallen (Feuchtebestimmung nach DARR).

4.2.2 sichtbarer Befall
Wenn Sie eine mikrobielle Belastung eines Materials in tieferen Schichten überprüfen möchten, dann entnehmen Sie kein Material mit sichtbarem Schimmelpilzbefall, sondern aus den unteren Schichten, weil es das Ergebnis andernfalls verfälscht. Wollen Sie zum Beispiel eine Putzprobe zur Analytik einsenden, dann entfernen Sie die obere Schicht mit dem sichtbaren Befall und entnehmen den Putz aus den tieferen Schichten. Genauso sollten Sie auch mit anderen Materialien verfahren.

4.3 Probenaufbewahrung
Sofern uns ausreichend Material übersandt wurde, wird von uns nicht benötigte Substanz archiviert und für sechs Monate aufbewahrt. Darauf kann bei weitergehenden Untersuchungen zurückgegeriffen werden.

5. Klebefilmpräparat

Für ein Klebefilmpräparat kann ein handelsüblicher durchsichtiger TESA-Streifen und ein Objektträger genügen. Drücken Sie den Klebestreifen (ca. 5 cm) vorsichtig auf den sichtbaren Schimmelpilzbefall und ziehem Sie ihn sofort wieder ab. Danach befestigen Sie den Streifen auf dem Objektträger. Bitte nie auf Papier oder Alufolie geben, da sich der Streifen dort nicht ablösen läßt und wir dann keine Auswertung vornehmen können. Es kann sein, daß bei zu starkem Druck sich zum Beispiel Farbreste oder Tapete von der Wand lösen. Der TESA-Streifen ist nicht verwertbar. Bitte an anderer Stelle den Vorgang wiederholen.














6. Abstrich- oder Abklatschpräparat


Der Vorteil einer Abstrichprobe ist, daß die Probe parallel auf verschiedene Nährböden aufgetragen werden kann und weitergehende Untersuchungen (zum Beispiel auf einen bakteriellen Befall) durchgeführt werden können. Bei einem Abklatschpräparat kann es sein, daß die Vermehrungsbedingungen für eine Spezies besonders gut sind und andere am Wachstum gehindert werden oder das Nährmedium ungeeignet ist.

Für ein Abstrichpräparat benötigen Sie ein steriles Abstrichbesteck. Der Vorteil ist, daß der Abstrichtupfer in einem stabilen Plastikröhrchen geliefert und später auch wieder verpackt wird, so daß dieser für den Transport und Versand geschützt ist. Ziehen Sie den Tupfer über den sichtbaren Schimmelpilzbefall und legen Sie ihn in das Röhrchen und verschließen Sie es. Die Beschriftung nehmen Sie am Platsikröhrchen vor.

7. Luftmessung

7.1 Grundsätzliches
Um eine Bewertung der Messungen vornehmen zu können, benötigen wir einen Referenzwert - die Außenluft. Nur so kann eine Bewertung der Innenraumluft erfolgen. In dem zumessenden Raum müssen die Fenster und Türen mindestens acht Stunden vor Messung geschlossen sein, da nach Fensterlüftung mit einer mehrstündigen Gleichgewichtseinstellung zurechnen ist.
In der Regel werden 100 Liter Luft je Nährmedium/Objektträgerspur beaufschlagt, aber es kann aufgrund der Gegebenheiten vor Ort variieren. Das Volumen ist uns mitzuteilen, da wir sonst keine Bewertung der Messung vornehmen können. Hilfreich für die Bewertung ist es auch, wenn Sie uns mitteilen, ob es sich zum Beispiel um eine Sanierungsfrei- oder Statusmessung handelt.

Ebenso ist zu beachten, daß die Sammelstelle nicht in der Nähe von möglichen Schimmelpilzquellen ist - im Außenbereich kann es die Müll-/Biotonne oder der Komposthaufen sein, im Innenraum zum Beispiel der Blumentopf mit Pflanzenerde. Der unerfahrene Probennehmer sollte vor Probennahme einen Blick in die VDI 4300 Blatt 10 werfen, wo das Verfahren der Luftmessung ausführlich beschrieben ist.

7.2 Partikelsammlung
Neben dem entsprechenden Meßgerät benötigen Sie einen speziellen Objektträger. Der Objektträger für die Partikelsammlung ist Klebstoffbeschichtet und wie das Abstrichbesteck in einer stabilen Plastikschachtel verpackt. Ein Objektträger reicht für drei Meßpunkte, da er mit drei Spuren beaufschlagt werden kann.


7.3 Luftkeimlebendsammlung

   Je Meßpunkt werden drei Nähmedien benötigt - zwei Platten mit
   Malzextrakt-Agar und eine mit Dichloran Glycerol Agar (DG18)-Agar. Der
   DG18-Agar und eine Malzextraktplatte werden bei 25°C (allgemeine
   Zimmertemperatur) bebrütet und ein Malzextrakt-Agar wird bei 35°C
   (allgemeine Körpertemperatur) angezogen. Die Ergebnisse des DG18-
   und Malzextrakt-Agar werden nicht zusammenaddiert, sondern es finden
   nur die Schimmelpilze des Malzextrakt-Agars Berücksichtigung, die auf
   dem DG18-Agar nicht wachsen.

   Wir möchten Ihnen empfehlen, unsere Nährmedien für die   
   Luftkeimlebendsammlung zu verwenden, da die Beschaffenheit der
   Fertigplatten von Hersteller zu Hersteller in nicht unerheblichen Maße
   abweicht, was hausinterne Qualitätstests ergeben haben.





8. Versand

Beaufschlagte Nährmedien sollten nach der Probenahme zügig ins Labor gesandt werden, um eine kontrollierte Anzucht sicherzustellen.
Aber auch Materialproben zum Beispiel bei Wasserschäden, sollten zur Aufarbeitung in Hinsicht auf einen möglichen bakteriellen Befall zeitnah an das Labor zur Aufarbeitung geschickt werden.
Und letztlich: Je früher wir Ihre Proben bearbeiten können, desto schneller haben Sie die Auswertung in Ihrem Postfach.

Checkliste für den Versand 

Alles rund um die Probenahme können Sie in kleinen Mengen zu  marktgerechten Preisen von uns beziehen. Sie finden die Artikel in unserer Preisliste. Sollte das Gewünschte nicht dabei sein, dann  sprechen Sie uns bitte an.

Versandoptionen und -möglichkeiten können Sie ebenfalls unserer Preisliste entnehmen.

9. Laborbericht/Dokumente

Den Laborbericht und die Rechnung erhalten Sie von uns als PDF-Datei per E-Mail (auf Wunsch versenden wir die Dokumente auch per Post). Das hat den Vorteil, daß Sie bei der Vervielfältigung keinen Qualitätsverlust im Druck erleiden oder Sie gegebenenfalls Passagen aus dem Bericht kopieren und in Ihr Gutachten einfügen können. Sie selbst bleiben in der Weiterleitung des Laborberichtes an Dritte flexibel und unsere Umwelt wird es Ihnen ebenfalls danken, wenn Sie die Dokumente in digitalen Dateien erhalten. Abgesehen von dem Papierverbrauch, wird unsere Umwelt weniger mit CO2 und Feinstaub belastet. Das ist nur ein Beitrag den wir zum Umweltschutz leisten.

Alle Dateien werden von uns mit einem qualifizierten Zertifikat elektronisch signiert und entsprechen damit den Vorgaben und Regelungen des Signatur- und Umsatzsteuergesetzes (§ 14).

q- Jede Probe muß einzeln für sich in einem sauberen ungenutzten PE-Beutel oder Alupapier
  verpackt sein, um Querkontaminationen zu vermeiden. Wenn Sie Proben zusammen
  verpacken, dann können sie nur noch als Mischprobe aufgearbeitet werden.
- Die Proben in eine wattierte Versandtasche oder einer anderen
  geeigneten Verpackung verstauen.
q - Bitte darauf achten, daß Materialproben auch während des Transports nicht gequetscht oder
  geknickt werden.
q - Fertignährmedien in Petrischalen müssen bruchsicher verpackt werden.
q - Unser Formular "Probenerfassung" ausfüllen (Untersuchungsart nicht
  vergessen!), unterzeichnen und zu den Proben geben 
q - Haben Sie an Ihre Eigendokumentation gedacht? Kopieren Sie einfach das ausgefüllte 
  Formular "Probenerfassung" und legen Sie es zu Ihren Unterlagen